Landesweite Nautikübung des Landesverbandes Niederösterreich

Bei strahlendem Sonnenschein konnte am Samstag, dem 3. September 2022, auf dem Areal der Bezirksstelle des Roten Kreuzes Ybbs, sowie des ÖWR Abschnitts Ybbs, die vom Landesreferenten für Nautik organisierte Landesnautikübung des Landesverbandes Niederösterreich, in Anwesenheit des Landesleiters, Präsident Markus SCHIMBÖCK, sowie der Frau Bürgermeisterin von Ybbs, Ulrike SCHACHNER, und dem Landeskoordinator Wasserpolizei der LPD NÖ, ChefInsp Günter LEITSBERGER, samt weiteren Polizeischiffsführern und allen Übungsteilnehmer*innen, eröffnet werden. An der Übung nahmen insgesamt 30 Teilnehmer*innen aus sechs Abschnitten teil (AS Allentsteig, Krems, Tulln, St. Pölten, Perchtoldsdorf und Ybbs).

Der Landesnautikreferent, Wolfgang WOLFSTEINER, M.Ed., wurde als Übungsleiter von den „frischgebackenen“ Nautikinstruktoren, Ing. Richard TETTINEK (AS Tulln) und Hans PRATSCHER (AS Perchtoldsdorf), unterstützt. Als weitere Unterstützung für die Übungsleitung fungierte Daniel LÖSCHL des AS Ybbs für den Bereich Funk (Koordination im SanReal-Falle und Fotodokumentation).

Das Basislager am Areal des RK Ybbs/AS Ybbs mit hervorragender Logistik (Verpflegung und Zeltlager) wurde vom Abschnittsleiter Stv. des AS Ybbs, Hannes HABERFELLNER, sowie von Gerhard WURZER (ebenfalls AS Ybbs) samt weiteren Helfern geleitet.

Die Rettungsboote der angereisten Abschnitte konnten gegen 09:30 Uhr, nach einer allgemeinen Übungseinweisung durch den LNR, im Hafen Ybbs geslippt und verheftet werden. Insgesamt nahmen an der Übung 7 Rettungsboote samt dem Schiff der Wasserpolizei Niederösterreich „LIMES“ teil.

Als Übungsziel wurde eindeutig der sichere Umgang mit den vorhandenen Wasserfahrzeugen der ÖWR NÖ, eine Auffrischung und Erweiterung erlernter nautischer Kenntnisse und Fähigkeiten, sowie ein professioneller Umgang an Bord des jeweiligen Wasserfahrzeuges („Seemannschaft“ zwischen Schiffsführer*in und Crew bzw. Kommandosprache an Bord) definiert!

Ergänzend sollte diese Nautikübung ein abschnittsübergreifendes Handeln an Bord von ÖWR Wasserfahrzeugen gewährleisten und die Kameradschaft innerhalb der ÖWR-Schiffsführer*innen stärken und fördern!

Als Übungsbereich der Wasserstraße Donau wurde bei der OSB der Bereich zwischen dem StrKM 2057,6 und dem StrKM 2063,0 beantragt und genehmigt.

Am Vormittag wurden gemäß der Übungsausschreibung An- und Ablegemanöver, sowie allgemeine Übungen in der Strömung (lavieren), durchgeführt. Am Nachmittag erfolgte mit allen Booten die 1. Bergschleusung und weitere Übungen im Oberwasser des KW Persenbeug (Ring über Bord – Manöver).

Als Highlight startete gegen 16:30 Uhr die gemeinsame Übung mit der Schifffahrtsaufsicht Grein und der Wasserpolizei der LPD NÖ. Mit beiden Behördenschiffen wurden Bootskontrollen simuliert. Für viele ÖWR-Schiffsführer*innen war es das erste Mal, eine solche Kontrolle miterleben zu dürfen. Das Feedback dazu war, sowohl von den Übungsteilnehmer*innen selbst, als auch von den Kontrollorganen der Behördenschiffe, äußerst zufriedenstellend und positiv! Hier möchte ich ein großes DANKE an die Schifffahrtsaufsicht Grein und an die Wasserpolizei der LPD NÖ aussprechen!

Nach der Talschleusung und einem hervorragenden Abendessen im Basislager konnten sich die Übungsteilnehmer*innen etwas länger ausruhen. Die Übung wurde dann gegen 21:30 Uhr als Nachtübung fortgesetzt. Zuvor erfolgte im Lehrsaal des RK Ybbs eine 30-minütige Unterweisung  durch den LNR zum Thema „Sicherheit an Bord, Risikomanagement, Verpflichtungen gemäß § 5 Abs. 3 SchFG“.

Gegen 22.00 Uhr spielte das Wetter plötzlich völlig verrückt. Noch während der Bergschleusung öffnete der Himmel seine Pforten! Im Oberwasser erinnerte mich die dortige Situation (Dunkelheit, Wind, Wellen und Starkregen) an ein Zitat aus dem Kinofilm „The Guardian“ mit Kevin Costner „[…] und wenn Gott höchstpersönlich seine Hand aus dem Wasser streckt, […].“

Aufgrund der vorherrschenden Wettersituation und aus Sicherheitsgründen wurde die Übung vom LNR gegen 23:15 Uhr, nach einigen Übungen in der Dunkelheit abgebrochen und die Talschleusung angetreten. Kurz nach Mitternacht konnten bei strömenden Regen alle Boote sicher im Hafen Ybbs verheftet werden. Vor der verdienten Nachtruhe in den beheizten Zelten im Basislager, gab es noch eine heiße Gulaschsuppe zum Aufwärmen.

Am Sonntag nach dem Frühstück wurde ein Abschlussfeedback durchgeführt. Anschließend erfolgte in drei Gruppen die Besichtigung des Polizeischiffes „LIMES“ mit einer Kurzinfo zur Tätigkeit der Wasserpolizei durch den Landeskoordinator, ChefInsp Günter LEITSBERGER. Den Abschluss bildete eine kleine Ausfahrt mit dem Polizeischiff.

Fazit zur Übung: Als Landesreferent für Nautik konnte ich mich von den nautischen Fähigkeiten der niederösterreichischen ÖWR-Schiffsführer*innen überzeugen. Ich bin überzeugt, dass jeder/jede Übungsteilnehmer*in für sich als Schiffsführer*in etwas mit nach Hause nehmen konnte.